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Datenrettung nach Überspannung

Datenrettung nach Überspannung

Letzte Woche bat uns ein Kunde bei seiner externen 2TB Festplatte um Hilfe: Er hatte versehentlich das falsche Netzteil angeschlossen. Die Festplatte erwartet 12V, das verwendete Netzteil hatte allerdings eine Ausgangsspannung von 19V.


Diese Datenrettung hatte es dann wirklich in sich: Zunächst entfernten wir die Festplatte aus dem externen Gehäuse. Weder an der Festplatte, noch am Controller waren auf den ersten Blick Beschädigungen zu erkennen. Da die Disk auch ohne Gehäuse gar nicht mehr anlief, haben wir den Festplattencontroller Schritt für Schritt durchgetestet und eine winzige Diode gefunden, die als Schutz dient: Durch die Überspannung schaltet dieses Bauteil leitend, erzeugt dadurch einen Kurzschluss und hat damit den Rest der Elektronik von einer dauerhaften Beschädigung geschützt. (1. Bild)


Die Festplatte lief nun wieder an und wurde per SATA auch problemlos erkannt. Allerdings war es uns trotz größter Bemühungen nicht möglich, die Daten auszulesen. Sämtliche Software versagte, woraufhin wir zunächst von einer weiteren Beschädigung des Controllers ausgingen. Die letzte Chance sahen wir in der Überprüfung des USB-SATA Controller im Festplattengehäuse, dieser war nach der Überspannung zwar auch "tot", wir konnten uns aber einen Fall erinnern, wo ein Datenzugriff tatsächlich nur mit dem original Controller gelang. Also untersuchten wir dieses Bauteil auch gründlich und fanden einen Transistor (Foto 2), der die Spannungsversorgung der 5V Leitung steuerte. Nachdem wir diesen ersetzt hatten und testweise eine andere Festplatte damit betreiben konnten, fügten wir alles wieder zusammen. Die sog. Partitionstabelle der Festplatte war noch immer beschädigt, jetzt gelang es uns aber, diese mit speziellen Programmen zu rekonstruieren und schließlich zu reparieren und den kompletten Datenbestand von 120GB zu sichern.

 

 

 


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